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Aktuelles

12.Juni Brelinger Berg    Team Plasmatreat

Montag, 23. Dezember 2019

Michael Schenk, die Radsaison 2019 im Team Plasmatreat

Altbewährtes gepaart mit Neuem, jedenfalls ein ereignisreiches und spannendes Jahr, das war für mich die Radsaison 2019.

Nachdem ich mich im Januar auf Grund eines Zeitungsartikels für das Team Plasmatreat 2019 beworben und schließlich die Zusage bekommen hatte, blickte ich mit Vorfreude und Neugier auf die Radsaison. Eigentlich hatte ich nichts Großes vor, darum hatte ich es im November und Dezember davor sportlich etwas schleifen lassen. Doch nun hieß es in die Hände, oder besser in die Beine spucken und diesen alten Handwerkerspruch auf sportlicher Ebene umzusetzen. Sogleich nahm ich das Training auf und drehte oft bei Dunkelheit und Nässe noch meine Runden durchs Lipperland. Ist ja ein wunderschönes Terrain zum Radeln, nur leider mit einer kleinen Funzel am Fahrrad sieht man nicht allzu viel davon.

Beim ersten Teamtreff lernte ich dann meine Teamkollegen kennen, bekam die Teamausrüstung ausgehändigt und auch das Charityprojekt zu Gunsten der Spezialisierten Ambulanten PalliativVersorgung (kurz: SAPV) des Kinderhospizes Bethel in Bielefeld wurde näher vorgestellt. Spürbar wurde das Ganze, da auch betroffene Familien dabei waren. Das SAPV-Team sorgt dafür, dass in erster Linie das Kind selbst, aber auch Eltern und Geschwister – umfangreiche Beratung und Betreuung erfahren. Dies bezweckt, dass das Kind zuhause als Ort der Geborgenheit und Sicherheit möglichst viel Zeit verbringen und die gesamte Familie in dieser belastenden Situation unterstützt werden kann. Über die seit 2015 bestehenden Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind dafür aber weiterhin Spenden erforderlich.

Nach einem Leistungscheck durch meine Landsfrau Angela Buske und der Erstellung eines Trainingsplans ging ich voll motiviert ans weitere Training. Anfangs noch etwas unsicher, in meinem langen Radsportlerleben hatte ich noch nie nach so einem konkreten Plan trainiert, fand ich mich immer besser mit den Abläufen zurecht. Auch wenn es nicht immer leicht mit dem Berufs- und Familienleben vereinbar war, machte es mir großen Spaß, für die gute Sache zu kämpfen. Anfang Mai dann das vorgesehene Teamtraining im tollen Ambiente des Hotels Schillingshof in Bad Kohlgrub nahe Garmisch. Das Wetter war nicht das Beste, aber wir machten das Beste draus und erkundeten schon mal die Anstiege auf den Brenner, den Jaufenpass und das Kühtai, wo uns Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ganz ordentlich forderten. Goldes wert dabei die Beanies und Helmmützen von byKIA

Emotional dann der Besuch im Kinderhospiz Bethel am Tag der Offenen Tür, wo wir bei einem Rundgang die Einrichtung kennen lernen durften. Das Motto des SAPV-Teams „Der Weg nach Hause“ wurde uns hier eindrucksvoll vermittelt. Solche Erlebnisse erden und motivieren einen zugleich.

Ende Mai schob ich dann noch ein verlängertes Trainingswochenende im schönen Schwarzwald ein, wo ich etliche Höhenmeter sammelte. Das leuchtend grüne Kuota-Teamrad hatte seine nächste Bewährungsprobe bestens überstanden.

Je näher der Start zu Tour Transalp Ende Juni rückte, desto mehr stieg die (An)spannung: habe ich genug und richtig trainiert? Wie wird das Wetter? Und dann war es soweit: Der Startschuss in Innsbruck fiel und nun hieß es sich erstmal in dem großen Starterfeld zu Recht zu finden. Teammanager David Buske hatte jederzeit den Überblick und verpflegte uns optimal. Generalstabsmäßig plante David jeden Tag, um alle Plasmatreat-Paarungen versorgen zu können. Am Mendelpass brachten wir ihn an den Rande eines Nervenzusammenbruchs, als vier Teams gleichzeitig zur Verpflegungsstelle kamen… Gerade bei den heißen Temperaturen war viel trinken wichtig. So hatte es im Ziel in Livigno nachmittags auf 1800 Metern Seehöhe in der Sonne noch 36 Grad!

Beeindruckend wie sich alle unsere Plasmatreat-Teams von Tag zu Tag steigerten und (fast) wie die Schmetterlinge auf unseren Trikots über die Berge flogen. Angelas Trainingspläne und das Bikefitting hatten sich also bezahlt gemacht! Das besondere an den Schmetterlingen: Sie wurden alle von Kindern aus dem Kinderhospiz Bethel entworfen und neben den perfekt sitzenden Trikots von Kalas machte uns auch die Topernährung von Squeezy das Leben auf dem Rad leicht. Sehr groß dann die Erleichterung und Freude über die geschaffte Tour bei der Zielankunft in Riva del Garda, wo wir uns zum Abschluss einen Sprung in den Gardasee gönnten. 796 Kilometer und 18600 Höhenmeter aufgeteilt in sieben Etappen hatten wir schließlich in den Beinen!

Dann konnte unser Teammanager David aber noch mit einem weiteren „Schmankerl“ aufwarten: er hatte vier Startplätze für den berühmt-berüchtigten Ötztaler Radmarathon aufgestellt. 230 Kilometer mit 5500 Höhenmeter an einem Tag – so lautete die zweite große Herausforderung in diesem Jahr. Also hieß es den Sommer über weiter zu trainieren und die Umfänge auch noch etwas zu steigern.

Der „Ötztaler“ bescherte uns dann perfektes Wetter und so konnten wir dieses „Monument“ über die vier Alpenpässe Kühtai, Brenner, Jaufenpass und Timmelsjoch alle erfolgreich absolvieren.

„Der Weg nach Hause“ des Teams Plasmatreat 2019 war somit absolviert. Was bleibt sind unvergessliche Erinnerungen und das wunderbare Gefühl mit größtem Einsatz aller für das überaus wichtige Engagement des SAPV-Teams Bethel in Beitrag geleistet zu haben.

Danke allen genannten Sponsoren und der Familie Buske mir diese einmalige Möglichkeit geboten zu haben. Diese reiht sich als einer der großen Meilensteine in meine 48jähriges Radsportlaufbahn ein!

Michael Schenk, 23.12.2019

Mittwoch, 11. September 2019

Peter Kmetyko: HART gekämpft in WEICHstetten

Zwei Autostunden von Wien entfernt im Hügelland südlich von Ansfelden veranstaltet der ESV Linz alljährlich ein Einzelzeitfahren über 22 Km und 150 welligen Hm.

Der Wind ist in dieser Gegend ein Dauerthema. Diesmal lebhaft und böig aus Nordwesten blasend, vorwiegend von der Seite in die Scheibe der zahlreichen TT-Räder. Bisweilen hatte ich alle Hände voll zu tun, mein Rad auf der Fahrbahn zu halten, was einem zügigen Fahrrhythmus nicht zuträglich war. Im Ziel angekommen, verspürte ich ein Gefühl, nicht wirklich ins Fahren gekommen zu sein. Es fühlte sich eher wie eine Stop and Go – Fahrt an. Auch war ich nicht wirklich erschöpft, so wie zumeist bei Zeitfahren. Meine Fahrzeit empfand ich nicht als sonderlich schnell – ich wollte unter 33 Min. bleiben - dafür war die Platzierung (2. Platz in der Klasse M60) überraschend gut.

Somit durfte ich bei der Siegerehrung aufs Treppchen steigen, einen 12er-Pack einer lokalen Bierbrauerei sowie einen Karton Schwedenbomben mit nach Hause nehmen. Wahrhaft originelle wie begehrte Preise.

Peter Kmetyko, 11.09.2019
Fotos: Kurt Rathfuß

Sonntag, 8. September 2019

Michael Schenk: Der Ötztaler – ein Radmarathon wie das Leben

Der Ötztaler Radmarathon 2019 ist seit einer Woche Geschichte – für mich war er wie eine Reise durchs Leben – in der Rückblende und als Fiktion.

6 Uhr morgens, ich rolle die zwei Kilometer vom Quartier zum Start, ein Gefühl wie es ein ungeborenes Kind haben könnte. Es ist dunkel, ich bewege mich nur ganz sachte, ein paar Straßenlaternen erhellen etwas den Weg. Aufstellung nehmen am Start – dann endlich 6:45 Uhr – der geplante „Geburtstermin“. Noch dauert es, ca. 4000 Babies wollen das Gleiche, also tappen wir uns Meter für Meter vor Richtung Startlinie – und dann – ich bin endlich raus. Gefühlt öffne ich jetzt erst meine Augen und das Leben nimmt Fahrt auf. In den Ortsdurchfahrten haben schon etliche Zuschauer Aufstellung genommen und begrüßen die Neugeborenen. Quasi Vorschulalter, die kindliche Unbeschwertheit auf den 31 Bergabkilometern Richtung Ötz überwiegt, alles geht leicht, das Feld ist diszipliniert unterwegs. Das Leben kann so schön sein.

Doch dann plötzlich Kreisverkehr Ötz, rechts ab und rein in den Anstieg nach Kühtai. Einschulung sozusagen, der Ernst des Lebens beginnt. Rad an Rad mit hunderten anderen I-Männchen, noch sind alle gut drauf, manche sind noch zum Scherzen aufgelegt. Ein paar Kühe beobachten unbeeindruckt das Geschehen. Die Anforderungen steigen von Schuljahr zu Schuljahr, trotzdem schaffe ich die Grundschule mit gutem Erfolg. Lisa wartet wie vereinbart am Kühtai mit Verpflegung. Ein bisschen durchatmen ist angesagt, in rasanter Fahrt geht es Richtung Innsbruck. Die Berg Isel Schisprungschanze erscheint am Horizont, es geht also bald los den Brenner hinauf. Ich wähle die Realschule und lasse die schnellere Gymnasiumsgruppe ziehen, nur nicht jetzt schon überdrehen. Ich fühle mich etwas unterfordert und schließe die Realschule mit Vorzug ab. Den Verlockungen der Labestelle am Brenner widerstehe ich, feiere den gelungenen Abschluss auf der Abfahrt nach Sterzing. Erinnerungen an die Schulabschlussfeier, als wir „Nie mehr Schule, keine Schule mehr“ gröllend durch die Wiener Innenstadt zogen, werden wach.

Aber nicht lange dauert die unbeschwerte Zeit, es wartet der Einstieg ins Berufsleben namens Jaufenpass – von 960 auf 2090 Meter hoch. Die Ausbildung an den ersten Steigungen des Jaufenpasses absolviere ich auch mit Bravour, anschließend wird das Berufsleben doch zunehmend anstrengender, je höher ich mich Richtung Passhöhe hochschraube. Die Labestation wird zum Wasserlassen und Wasserholen genutzt. Ich freue mich meine Rente am Timmelsjoch genießen zu können – doch: es kommt anders. Mitten in der Abfahrt ins Passeiertal schwindet meine Energie, ich werde etwas unsicher, so hatte ich mir meinen Lebensabend nicht vorgestellt. In St. Leonhard auf 750 Metern angekommen, warten fast 30 Kilometer Anstieg auf 2500 Meter.

All das was ich mir für die Rente vornahm kann ich vergessen, nichts mit schönem Urlaub am Timmelsjoch – obwohl von etlichen Mitstreitern umgeben, wird es ein einsamer Kampf Richtung Passhöhe. Ich komme gefühlt im Schneckentempo vorwärt, mir schwant ich bin eher bei einem Rollator- als bei einem Radrennen. Ich wünschte mir eine 24 Stunden Betreuung, unsere Plasmatreat-Pflegekraft David wartet etwas unter der Passhöhe mit Speis und Trank, das gibt nochmal Mut für die letzten 600 Höhenmeter. Warum er mir allerdings „Hab Spaß“ nachruft, weiß ich bis heute nicht. Der Gegenanstieg ist absolviert, nun geht es Richtung Sölden abwärts, ich fühle mich wieder gut, das letzte Aufbäumen quasi und nach 9:57 Minuten ist das Ziel erreicht – doch einigermaßen zufrieden bilanziere ich meinen Ritt durchs Leben.

Im Ziel (rechts 1143)  Foto:  Jannik Tautz (links 1284)    
Ötztaler Radmarathon – für mich im wahrsten Sinne des Wortes ein einmaliges Erlebnis. Ganz großen Dank an David Buske für die unermüdliche Unterstützung und an meine Teamkollegen Anna, Andreas, Heiko, Jannik und Nils für unvergessliche Tage in den Ötztaler Alpen.

Wir vom Team Plasmatreat sammeln dieses Jahr Spenden für die Spezialisierte Ambulante Palliativ Versorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Bethel – Bielefeld. Diese unterstützt von einer lebensbedrohlichen Krankheit betroffene Kinder, aber auch deren Geschwister und Eltern mit umfangreicher Betreuung und Beratung. Dies umfasst viele Tätigkeiten, welche über die Kassenleistungen hinausgehen und deshalb sind eure Spenden so wichtig.

Hier könnt ihr dieses Projekt finanziell unterstützen: http://www.team-plasmatreat.de/betterplace.html

Michael Schenk, 8.9.2019

Mittwoch, 24. Juli 2019

Nadja Hennig: Mit dem Tri-Rad von Wien nach Hawaii

Nadja Hennig plant im September eine große Reise nach Hawai, hier ihre Projektbeschreibung:


In diesem Projekt geht es um Respekt. Respekt gegenüber allem Leben auf diesem Planeten und unserer Umwelt.

Ich bin Ironwoman und Mutter und wollte zwei Herausforderungen verbinden:  Triathlon und eine lebenswerte Zukunft für meine Kinder und Enkelkinder mitgestalten.

Projekt Start: 16.09.2019

Auf meiner Reise werde ich die unterschiedlichen Aspekte eines klimafreundlichen Lebensstils mit Menschen diskutieren, die mir unterwegs begegnen.

Folgt mir auf Instagram, Facebook und auf ride4respect.com  #ride4respect #athletesforfuture

Reisebudget: 20.000 EUR. Die Regeln sind einfach:

1. Geld kann nur für das Notwendigste ausgegeben werden.
2. Für weniger Notwendiges muss ich Schwimm- und Laufpunkte erarbeiten, um Geld freizuschalten.
3. Ich darf Unterstützung annehmen. Aber nur von euren Freunden. So kann die Community wachsen. 
Je mehr Geld ich durch eure Unterstützung sparen kann, desto mehr können wir am Ende spenden. Wofür sollen wir spenden? Macht eure Vorschläge auf www.ride4respect.com.

Das Projekt soll zeigen:

1.Gemeinsam kann auch unmöglich scheinendes wahr werden.
2.Ihr müsst eure Komfortzonen nicht derart weit verlassen, um einen positiven Einfluss auf das Leben auf diesem Planeten und unserer Umwelt zu haben.

Begleitet mich auf dieser Reise und lasst uns gemeinsam eine bessere Welt schaffen.

Meine Reise wird mich (voraussichtlich –genau muss ich das erst noch planen) von Wien nach Hawaii führen. Mit dem Segelboot weiter zu den Kanarischen Inseln und von da zu den Karibischen Inseln. Dann möchte ich durch Kuba radeln und von Havanna nach Miami übersetzen. In Nord Amerika ist der Plan mich möglichst entlang der Küste zuhalten und bis zu The Woodlands in Texas zu kommen. Hier möchte ich mich beim  IRONMAN Texas für Weltmeisterschaft auf Hawaii, Kona qualifizieren. Dann geht es noch nach  San Diego, um endlich nach Hawaii zu segeln.

Ich suche noch Kooperationspartner.

Ihr Produkt wird nachhaltig produziert und ist etwas, dass ich notwendigerweise auf meiner Reise brauche?
Oder Sie sind oder kennen jemanden, den ich auf meiner Reise unbedingt treffen sollte?
Oder Sie arbeiten in derMedienbranche (o.ä.) und würden gerne über Ride4Respect berichten?
Super! Bitte lassen Sie uns über eine mögliche Kooperation sprechen: nadja_ride4respect.com

https://www.facebook.com/nadja.ride4respect/

Donnerstag, 4. Juli 2019

PSK – Frühjahrscup 2019

Der von Brigitte Schneider in bewährter Manier organisierte PSK-Cup ist schon zum Pflichttermin für zahlreiche Time Trial – Freaks geworden.

Ich selbst verspürte nach meiner Verletzungspause wiederholt Entzugserscheinungen und dem entsprechend freute ich mich auf diese Rennserie. Nicht nur des Trainings willens, sondern vor allem um wieder bei der kleinen, aber feinen Community dabei sein zu können. Berufsbedingt musste ich das erste Rennen noch auslassen, aber ab dem zweiten durfte ich wieder PSK-Rennatmosphäre aufsaugen. Ohne mir irgendwelchen Druck zu machen, ging ich an die Sache ran – ich wollte einfach nur trainieren, vor allem für die Betriebseuropameisterschaften in Salzburg. Dass es dann so gut lief und ich mich von Rennen zu Rennen kraft- und ausdauermäßig dermaßen steigerte, war so nicht zu erwarten.

Den Pokal für den 1. Platz in der Gesamtwertung der AK IV nehme ich als Draufgabe sehr gerne entgegen.

Peter Kmetyko, 4.7.2019

Mittwoch, 3. Juli 2019

Radsport Strobl Classics - Statzendorf 2019

30. Juni NÖ Landesmeisterschaft auf dem schwierigen Kurs von Statzendorf. 

Es war heiß und viele haben aufgegeben, nicht so Walter Kovarik, der das das Rennen der Master 8 trotz Defekt und Vorderradwechsel beendet. Gratulation an die beiden unverwüstlichen Alten Herbert Hrdlicka und Walter Kovarik! 

 

Montag, 1. Juli 2019

22. European Company Sport Games 26.-30.6. 2019 Salzburg

Foto © ECSG 2019
Marianne Kmetyko-Huber 2x Gold (EZF, Straßenrennen)
Peter Kmetyko 1x Gold (EZF), 1x Silber (Straßenrennen)

Im Zweijahresrhythmus treffen sich Betriebssportlerinnen und -sportler aus ganz Europa um in verschiedenen Sportarten und -disziplinen gegeneinander anzutreten. Klarerweise geht es wie immer bei Großsportveranstaltungen um Medaillen. Diesmal kämpften 7000 Teilnehmer in 27 Sportarten und 320 Wettbewerben um das heiß begehrte Edelmetall. Marianne und ich durften für den KSV Wienenergie starten. In einem großartigen Team, das vor allem beim Straßenrennen perfekt zusammengearbeitet hat, konnten wir viel beachtete Erfolge feiern.

Das Einzelzeitfahren:
Das Material perfekt eingestellt, startete Marianne - etwas nervös - mit lautstarker Unterstützung unserer Vereinskollegen aus der Box. Nach ein paar Metern erfolgte der Versuch, eine härtere Übersetzung aufzulegen und … nichts passiert – Defekt in der Elektronik. Nach dem ersten Schock und Ärger schießt zusätzliches Adrenalin ein, die Wut entlädt sich in Mariannes Beinen: mit 52-21 und über 100 Umdrehungen in den Flachpassagen gekurbelt, mit 40 Umdrehungen den Anstieg hinauf gewürgt und derselben Übersetzung bergab mehr oder weniger gerollt, den Puls über das Limit getrieben, rettete sich Marianne mit 5 Sekunden Vorsprung vor der favorisierten Italienerin Daniela Pelella ins Ziel.

Mein Rennen verlief weniger spektakulär (zum Glück). Die Formkurve zeigte schon in den letzten Trainingsrennen beim PSK-Cup nach oben, dennoch wusste ich nicht, wo ich nach der schweren Verletzung vom Februar 2018 in einem internationalen Bewerb stehe. Im Nachhinein gesehen lief alles perfekt. Die Kurven des technisch anspruchsvollen Kurses erwischte ich fast alle gut, im entscheidenden Anstieg fuhr ich am Limit, in der Abfahrt ließ ich meinen Puls etwas zur Ruhe kommen um dann im 3 Km welligen Schlussteil alles, wirklich alles zu geben. Bestzeit, 29 Sek. vor Vereinskollegen Peter Goluszka.

Das Straßenrennen: 
Mit einer Goldmedaille um den Hals fährt es sich entspannter. Beim Start wurde Marianne von italienischen Helfern sofort umzingelt. Unsere Vereinskollegen spannten sich nach einem kurzen Faktencheck vor Marianne, ich klebte am Hinterrad von Pelella. An meinem Hinterrad blieb Vereinskollegin Eva Hipfinger, die Drittplatzierte des EZFs. Es entwickelte sich ein Dreikampf zwischen den Damen mit männlicher Unterstützung. In der zweiten Runde zog Marianne am Berg mit ihrem Pacemaker Georg Satzer das Tempo an. Pelella riss etwas ab, kam aber in der Abfahrt wieder heran. Ich blieb mit Eva H. an deren Hinterrad. Im Anstieg der dritten Runde riss die Italienerin erneut ab und konnte Marianne nicht mehr folgen. Leider riss auch Mariannes Helfer in einer der folgenden Wellen – aber leider die Kette! Jetzt war Marianne auf sich allein gestellt in den letzten 1,5 Runden. Die Italiener ließen Marianne vorne am Wind arbeiten und versuchten, ihre Fahrt zu verlangsamen. Etwas dahinter wachte ich an Pelellas Hinterrad solange, bis Marianne einen sicheren Abstand zu uns herausfuhr. Dies war dann beim letzten Anstieg gegeben, wo ich begann, das Tempo der beiden Konkurrentinnen um Platz zwei zu bestimmen. Eva Hipfinger und ich schafften es nicht, die verbissen um den Anschluss kämpfende Italienerin abzuschütteln. Wir mussten es auf den Zielsprint angekommen lassen. In der Zwischenzeit hatte Marianne das Rennen trotz italienischer Störfeuer schon gewonnen, ich zog den Sprint für die beiden Damen an. Mit der exakt gleichen Zeit wurde von der Jury Daniela Pelella mit Reifenbreite der zweite Platz vor Eva Hipfinger zugesprochen. Ich erreichte in der AK 60+ den zweiten Platz, diesmal hinter Peter Goluszka.

Die Freude von uns allen über die großartigen Ergebnisse entlud sich bei der Siegerehrung und am Abend bei einer Feier in der Messehalle Salzburg.

Die Veranstaltung: 
Besser kann man´s nicht organisieren. Die anfänglichen Bedenken bez. der Kursführung mit der 70km/h+ Abfahrt wurden insofern zerstreut, indem man Streckenposten (inkl. Polizei) aufstellte, die alles perfekt absperrten und keinen Unbefugten durchließen. Die Rennkommissäre wachten mit der nötigen Kompetenz auf die Einhaltung der Wettkampfregeln (es wurde auch disqualifiziert!). Und der Anstieg vor der High-Speed Abfahrt bewirkte schon mal eine Ausdünnung des Feldes, womit es zu keinen gefährlichen Situationen mehr kam. Der Veranstalter bereitete uns ein unvergessliches Erlebnis mit zwei sportlich anspruchsvollen Kursen, die spannende Rennen ermöglichten.

Peter Kmetyko, 1.7.2019

Ergebnisse:   Einzelzeitfahren     Straßenrennen