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12.Juni Brelinger Berg    Team Plasmatreat
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Montag, 12. Juni 2023

Team Plasmatreat B.O.C. beim 24 Stunden Radmarathon oder wie man das Pferd von hinten aufzäumt

 Am 24. Mai war ich durch meinen Arbeitskollegen Dirk auf den 24 Stunden Radmarathon „Rund um den Brelinger Berg“ (Brelinger Berg Night and Day) nahe Hannover aufmerksam geworden. Flugs die Internetseite angesehen, sah – so wie es auch Dirk geschildert hatte - nach einer kleinen, aber feinen Veranstaltung aus. Aber: Die 250 Startplätze waren lange schon vergeben, trotzdem versuchte ich eine E-Mail an den Veranstalter und bekam die Antwort: Startnummer 167, Startgeld einzahlen und du bist dabei! Ähm und was nun? Das sind ja nur zwei Wochen bis dahin und ich hatte bisher nur 24 Stunden Staffelerfahrung, aber solo und ganz auf mich allein gestellt, also ohne Helferlein? Eigentlich gehe ich sonst anders an so „Großprojekte“ heran: Zuerst überlegen, wie ist das zu bewerkstelligen, was ist zu organisieren. Diesmal denke ich mir: Just do it!

High Noon, Punkt 12 Uhr rollen die ersten Grüppchen vom Sportplatz, den Zentrum des Geschehens los. Alles recht entspannt, ich schließe mich einer Gruppe des SV Nienhagen an. Nach und nach entsteht eine Gruppe von ca. zwanzig Radfahrenden 😊 Die Gruppe läuft harmonisch, Einmündungen in bevorrangte Straßen werden umsichtig und durch Zuruf „frei“ oder „Auto“ gemeistert. Nur einer ist etwas – nennen wir es verhaltensinteressant. Im „Erdinger alkoholfrei“-Trikot überholt er mal die Gruppe, fährt paar Kilometer 30 Meter davor mit dem gleichen Tempo, wird dann eingeholt, lässt sich in der Gruppe kaum oder nur langsam zurückfallen, Prädikat: mühsam! In der Gruppe wird die Aufschrift „alkoholfrei“ auf seinem Trikot allmählich angezweifelt.

153 Km erste Pause, leider muss ich die Gruppe ziehen lassen, ich sitze am Trockenen und muss die Flaschen auffüllen, ich gönne mir einen Powernap gegen die Nachmittagsmüdigkeit, meinem Liegestuhl, der mich eben noch so angelacht hat, passt das wohl nicht und er bricht zusammen, vielleicht ein Zeichen von oben, wie man hier im hohen Norden so schön sagt „wieder in die Puschen zu kommen“.   

Zum Glück erwische ich nach kurzer Alleinfahrt wieder eine schöne Gruppe, der Wind frischt doch lebhaft auf. Immer wieder beeindruckend, mit welcher Geschwindigkeit die Velomobile vorbeiziehen.

Um 21 Uhr dann der zweite Stopp, 268 Km, 33,4 Km/h Schnitt, richtig gut schmeckt die Pasta vom Restaurant Saloniki nebenan und ein halber Liter Cola. Da treffe ich auch Dirk und wir plaudern ein wenig. Danach gönne ich mir eine Auszeit in meinem Partner, also genauer gesagt auf der Ladefläche meines Peugeot Partner und lagere die Beine hoch, nach ca. 1 Stunde mache ich mich wieder auf den Weg, die Regeneration war gut, ich finde sofort wieder einen runden Tritt. Was auch sehr wichtig ist, denn nun ist die Fluktuation bei einbrechender Dunkelheit auf der Strecke hoch, es gibt keine Gruppen mehr. Dank an Olaf, einem Race Across Germany-Finisher, der mich eineinhalb Runden „mitnimmt“.

00:46 Uhr: 351 Km und 32,5 Schnitt zeigt der Tacho, wohlige 16 Grad, nun möchte ich meine geplante Schlafpause einlegen.  Ich mache es mir auf der Ladefläche „bequem“. Es dauert bis ich zur Ruhe komme, schlafe aber dann doch irgendwann ein, den Wecker auf 03:00 Uhr gestellt, packe dann aber noch eine Viertelstunde drauf. Ich krieche aus meinem Schlafgemach, Schnarchen tönt aus dem benachbarten Kleinzelt, nicht alle haben so große Ambitionen.

Gegen 03:30 Uhr rolle ich wieder auf die Piste, ein Mitstreiter wartet bereits und „tindert“ mich für zwei Runden, um dann wieder eine Pause einzulegen. Ich spule weiter meine Runden ab, ein herrlicher Sonnenaufgang belohnt für die Mühen, aber mit aufsteigender Sonne legt auch der Wind wieder zu. Ich bekomme keine Riegel mehr runter, drücke mir nur noch Gels rein.

06:15 Uhr:  435 Km, Frühstückszeit, zunächst ein Brötchen mit schöner fetter Lyoner vom „Buffet“ am Sportplatz, danach im Auto „Hipp Pasta Bambini Rigatoni Napoli“, ein vielversprechender Name, kalt aus dem Glas gelöffelt, na ja, bringt ein bisschen anderen Geschmack. Dazu gibt es Tortellini, natürlich auch kalt und dazu Apfelmus. Man sieht, bei so einem 24 Stunden Marathon, wird so manches möglich 😊 Man könnte fast meinen, ich wäre in anderen Umständen, gegen 7 Uhr starte ich gut gestärkt wieder los.

 09:50: 519 Km, der Wind zehrt, nochmal Getränke auffüllen und Beine kurz hochlagern, mich erreicht eine Whatsapp von einem Lemgoer Radfreund, er möchte 2,50 Euro für jede Runde die ich fahre an das Jugendhospiz Bethel spenden, für welches das Team Plasmatreat ja radelt. Das weckt nochmal zusätzlich meinen Ehrgeiz! Vielen Dank Lutz Missbach! Wer unser Projekt auch unterstützen bitte gerne unter Team Plasmatreat - B.O.C für "der Weg nach Hause" von David Buske: Unterstütze diese Spendenaktion (betterplace.org)

Um 10:20 also nochmal raus, drei Runden sollten noch drinnen sein, auf der Runde holt mich eine Gruppe von der Equipe Wedemark ein und beschert mir so eineinhalb entspannte Runden, die letzte Runde absolviere ich dann noch ein Paarzeitfahren mit einem Zurückgelassenen aus der Gruppe und genau mit dem Zwölfauhrläuten erreiche ich das Start und Zielgelände, nach 34 Runden und 569 Kilometern und einer reinen Fahrzeit von 17:48 Stunden, ergibt einen 32er Schnitt.

Ein großer Dank an Arne Schiereck für die von ihm im Alleingang organisierte tolle Veranstaltung, lediglich zehn Minuten vor dem Start gab Arne das Kommando an seinen Bruder ab und radelte selbst mit.

Michael Schenk, 12.6.2023

 

Dienstag, 8. März 2022

Mission Impossible Mallorca 312

Anfang Februar hatte ich also den Entschluss gefasst, mit dem Team Plasmatreat zusammen mit „Playing Captain“ David Buske und Nils Petermann bei Mallorca 312 Event - Milestone Series zu starten. 312 (in Worten dreihundertzwölf) Kilometer mit rund 5000 Höhenmetern und das Ende April, und das mit einer Vorbereitung ausschließlich im doch eher rauen Klima Ostwestfalens – quasi eine „Mission Impossible“. Um die Spannung in diesem Action-Thriller auf die Spitze zu treiben, begann mein Training mit einer spektakulären Szene - ziehen eines Backenzahns! Aber Dank der professionellen Hilfe im Zahnzentrum Lippe in Detmold durch Dr. Hesse und seinem Team um meine liebe FB-Freundin Conny Wiertz ging dies rasch und komplikationslos über die Bühne. So konnte ich nach einer viertägigen Trainingspause endlich loslegen – allerdings anfangs nur als „Trockentraining“ auf der Rolle. Denn der „Flotte Dreier“ bestehend aus Ylenia, Zeynep und Antonia hatte ein gewichtiges Wörtchen bei der Trainingsplanung mitzureden. Dabei handelte es sich um Orkanfronten, welche über Deutschland hinwegfegten, Bäume reihenweise entwurzelten, den Bahnverkehr lahmlegten. Aber besser Rolle als gar nichts … . Meine längste Einheit auf der Rolle führte über 3 Stunden und 111 Kilometer – Dank der App Zwift ein relativ kurzweiliges „Vergnügen“. Soweit es wettermäßig vertretbar war, startete ich meine Pendeltouren frühmorgens um sechs ins Büro nach Bielefeld. Am 26. Februar dann - bei Topbedingungen, Sonne, praktisch Windstille und um die acht Grad Plus – meine erste längere Trainingsrunde im Freien. Die Runde führte mich zur Weser und durch das Weserbergland, 138 Kilometer mit 1600 Höhenmetern standen schließlich am Tacho, Fahrzeit 5:07 Stunden, was einen Schnitt von 27 Km/h bedeutete. Trotz der vielen kleinen Steigungen, bemerkenswert der 17% Kopfsteinpflasteranstieg zur Burg Schaumburg, wo nach etwas Schnee am Wegesrand lag, versuchte ich meinen Puls niedrig zu halten. Dies gelang mir mit einem Durchschnittspuls von 126 auch ganz gut. Ich achtete besonders auch auf rechtzeitige und ausgiebige Nahrungsaufnahme und kam dadurch recht relaxt daheim an. Die Woche darauf baute ich meine Pendelheimfahrten etwas aus. Zusätzlich angespornt wurde ich durch die Teilnahme an der SportScheck „Move On Challenge“. Bei dieser galt es in Dreierteams möglichst viele Trainingsstunden zu sammeln, was uns mit „MarasTeam22“ auch hervorragend gelang. Zusammen mit meinen lieben Strava-Freunden Mara und Andreas kamen wir in sechs Wochen auf 8.009 Minuten und belegten den 18. Platz unter 168 Teams deutschlandweit! Danke euch beiden für die zusätzliche Motivation! Am ersten Märzwochenende dann eine 117 Kilometer Tour mit 1300 Höhenmetern durchs Lipperland, welche ich in 4:27 Stunden absolvierte. Zwar bei strahlendem Sonnenschein, aber doch eisigem Wind. Ich bin durchaus zufrieden über meine Bilanz der letzten drei Wochen: 461, 440 und 450 Kilometer, überwiegend „outdoor“. Gesamtbilanz 2022 bis dato: 2870 Kilometer / 99 Stunden / 24450 Höhenmeter. Jetzt heißt es dranbleiben, um möglichst fit auf „Malle“ anzutreten.

Michael Schenk, 8.3.2022

Dienstag, 8. Februar 2022

Team Plasmatreat Mallorca 312

Team Plasmatreat formiert sich für die Saison 2022 mit den „Allstars“ 

Mitte Jänner, wie üblich zu dieser Jahreszeit ist die Witterung eher bescheiden, schwelgte ich in Erinnerungen. Zu diesem Zeitpunkt erschien in der Landeszeitung der Artikel, dass die Firma Plasmatreat nach 2018 wieder ein Wohltätigkeitsteam zu Gunsten der Kinder- und Jugendhospizes Bethel in Bielefeld bilden möchte. Fahrer und Innen 😊 aus der Region Ostwestfalen waren aufgerufen sich zu bewerben. Und zu meiner großen Freude schaffte ich es aufgenommen zu werden. David Buske als Teammanager und Angela Buske als Physio und gute Seele schafften zusammen mit der Firma Plasmatreat aus Steinhagen bei Bielefeld und unermüdlichem Einsatz die Grundlagen für eine einmalige Saison. Erstes Teamtreff Anfang März mit erster gemeinsamer Ausfahrt im Regen, Trainingswochenende im Hotel Schillingshof in den Ammergauer Alpen inklusive Wintereinbruch mit Schnee, Drehtag für einen Bericht im WDR, die Tour Transalp und der Ötztaler Radmarathon – kurz zusammengefasst die Highlights eines unvergesslichen Jahres. 

 Anfang Februar 2022, zwei coronageprägte Jahre später, ploppte plötzlich eine Nachricht in unserer „alten“ Team-Whatsapp-Gruppe auf. David teilte mit, dass Plasmatreat die „Allstars“, also die Fahrer aus den Teams 2018 und 2019 Plasmatreat GmbH (team-plasmatreat.de) wieder auf der Radsportbühne sehen und dabei unterstützen möchte. Gleich waren alle Feuer und Flamme und das erste Projekt in die Runde geworfen: Mallorca312 – 312 Kilometer über das „17. deutsche Bundesland“ mit rund 5000 Höhenmetern. Nach ein paar Tagen Bedenkzeit entschloss ich mich – ja ich will! Und so werden wir (David, Nils, Matthias und ich) uns ab sofort auf dieses Ziel am 30. April vorbereiten. Dank schon im Voraus unbekannterweise an Michael, der unsere Betreuung übernehmen wird. Ich habe großen Respekt vor dieser Aufgabe, aber ich freue mich sehr darauf und vor allem, dass das Team Plasmatreat wieder „auferstanden“ ist. 

Wir werden über die Vorbereitungen berichten.

Michael Schenk, 7.2.2022

Freitag, 14. Mai 2021

Michael Schenk: 50 Jahre Radsport - Vatertagsrunde

1.Rennen  1971   mit 5 Jahren
 .... danke Papa R.I.P.❤, dass du mich dazu gebracht hast   

Michael Schenk, Mai 2021 



Der originale Beitrag in Strava:   https://www.strava.com/activities/5288666676

Das Fotoalbum dazu:  https://photos.app.goo.gl/ZAsxsP9duS7dtwxw8



Danke Michi für deine unzähligen tollen Beiträge über viele Jahre hinweg! 

Johann Wernhart 


Montag, 23. Dezember 2019

Michael Schenk, die Radsaison 2019 im Team Plasmatreat

Altbewährtes gepaart mit Neuem, jedenfalls ein ereignisreiches und spannendes Jahr, das war für mich die Radsaison 2019.

Nachdem ich mich im Januar auf Grund eines Zeitungsartikels für das Team Plasmatreat 2019 beworben und schließlich die Zusage bekommen hatte, blickte ich mit Vorfreude und Neugier auf die Radsaison. Eigentlich hatte ich nichts Großes vor, darum hatte ich es im November und Dezember davor sportlich etwas schleifen lassen. Doch nun hieß es in die Hände, oder besser in die Beine spucken und diesen alten Handwerkerspruch auf sportlicher Ebene umzusetzen. Sogleich nahm ich das Training auf und drehte oft bei Dunkelheit und Nässe noch meine Runden durchs Lipperland. Ist ja ein wunderschönes Terrain zum Radeln, nur leider mit einer kleinen Funzel am Fahrrad sieht man nicht allzu viel davon.

Beim ersten Teamtreff lernte ich dann meine Teamkollegen kennen, bekam die Teamausrüstung ausgehändigt und auch das Charityprojekt zu Gunsten der Spezialisierten Ambulanten PalliativVersorgung (kurz: SAPV) des Kinderhospizes Bethel in Bielefeld wurde näher vorgestellt. Spürbar wurde das Ganze, da auch betroffene Familien dabei waren. Das SAPV-Team sorgt dafür, dass in erster Linie das Kind selbst, aber auch Eltern und Geschwister – umfangreiche Beratung und Betreuung erfahren. Dies bezweckt, dass das Kind zuhause als Ort der Geborgenheit und Sicherheit möglichst viel Zeit verbringen und die gesamte Familie in dieser belastenden Situation unterstützt werden kann. Über die seit 2015 bestehenden Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind dafür aber weiterhin Spenden erforderlich.

Nach einem Leistungscheck durch meine Landsfrau Angela Buske und der Erstellung eines Trainingsplans ging ich voll motiviert ans weitere Training. Anfangs noch etwas unsicher, in meinem langen Radsportlerleben hatte ich noch nie nach so einem konkreten Plan trainiert, fand ich mich immer besser mit den Abläufen zurecht. Auch wenn es nicht immer leicht mit dem Berufs- und Familienleben vereinbar war, machte es mir großen Spaß, für die gute Sache zu kämpfen. Anfang Mai dann das vorgesehene Teamtraining im tollen Ambiente des Hotels Schillingshof in Bad Kohlgrub nahe Garmisch. Das Wetter war nicht das Beste, aber wir machten das Beste draus und erkundeten schon mal die Anstiege auf den Brenner, den Jaufenpass und das Kühtai, wo uns Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ganz ordentlich forderten. Goldes wert dabei die Beanies und Helmmützen von byKIA

Emotional dann der Besuch im Kinderhospiz Bethel am Tag der Offenen Tür, wo wir bei einem Rundgang die Einrichtung kennen lernen durften. Das Motto des SAPV-Teams „Der Weg nach Hause“ wurde uns hier eindrucksvoll vermittelt. Solche Erlebnisse erden und motivieren einen zugleich.

Ende Mai schob ich dann noch ein verlängertes Trainingswochenende im schönen Schwarzwald ein, wo ich etliche Höhenmeter sammelte. Das leuchtend grüne Kuota-Teamrad hatte seine nächste Bewährungsprobe bestens überstanden.

Je näher der Start zu Tour Transalp Ende Juni rückte, desto mehr stieg die (An)spannung: habe ich genug und richtig trainiert? Wie wird das Wetter? Und dann war es soweit: Der Startschuss in Innsbruck fiel und nun hieß es sich erstmal in dem großen Starterfeld zu Recht zu finden. Teammanager David Buske hatte jederzeit den Überblick und verpflegte uns optimal. Generalstabsmäßig plante David jeden Tag, um alle Plasmatreat-Paarungen versorgen zu können. Am Mendelpass brachten wir ihn an den Rande eines Nervenzusammenbruchs, als vier Teams gleichzeitig zur Verpflegungsstelle kamen… Gerade bei den heißen Temperaturen war viel trinken wichtig. So hatte es im Ziel in Livigno nachmittags auf 1800 Metern Seehöhe in der Sonne noch 36 Grad!

Beeindruckend wie sich alle unsere Plasmatreat-Teams von Tag zu Tag steigerten und (fast) wie die Schmetterlinge auf unseren Trikots über die Berge flogen. Angelas Trainingspläne und das Bikefitting hatten sich also bezahlt gemacht! Das besondere an den Schmetterlingen: Sie wurden alle von Kindern aus dem Kinderhospiz Bethel entworfen und neben den perfekt sitzenden Trikots von Kalas machte uns auch die Topernährung von Squeezy das Leben auf dem Rad leicht. Sehr groß dann die Erleichterung und Freude über die geschaffte Tour bei der Zielankunft in Riva del Garda, wo wir uns zum Abschluss einen Sprung in den Gardasee gönnten. 796 Kilometer und 18600 Höhenmeter aufgeteilt in sieben Etappen hatten wir schließlich in den Beinen!

Dann konnte unser Teammanager David aber noch mit einem weiteren „Schmankerl“ aufwarten: er hatte vier Startplätze für den berühmt-berüchtigten Ötztaler Radmarathon aufgestellt. 230 Kilometer mit 5500 Höhenmeter an einem Tag – so lautete die zweite große Herausforderung in diesem Jahr. Also hieß es den Sommer über weiter zu trainieren und die Umfänge auch noch etwas zu steigern.

Der „Ötztaler“ bescherte uns dann perfektes Wetter und so konnten wir dieses „Monument“ über die vier Alpenpässe Kühtai, Brenner, Jaufenpass und Timmelsjoch alle erfolgreich absolvieren.

„Der Weg nach Hause“ des Teams Plasmatreat 2019 war somit absolviert. Was bleibt sind unvergessliche Erinnerungen und das wunderbare Gefühl mit größtem Einsatz aller für das überaus wichtige Engagement des SAPV-Teams Bethel in Beitrag geleistet zu haben.

Danke allen genannten Sponsoren und der Familie Buske mir diese einmalige Möglichkeit geboten zu haben. Diese reiht sich als einer der großen Meilensteine in meine 48jähriges Radsportlaufbahn ein!

Michael Schenk, 23.12.2019

Sonntag, 8. September 2019

Michael Schenk: Der Ötztaler – ein Radmarathon wie das Leben

Der Ötztaler Radmarathon 2019 ist seit einer Woche Geschichte – für mich war er wie eine Reise durchs Leben – in der Rückblende und als Fiktion.

6 Uhr morgens, ich rolle die zwei Kilometer vom Quartier zum Start, ein Gefühl wie es ein ungeborenes Kind haben könnte. Es ist dunkel, ich bewege mich nur ganz sachte, ein paar Straßenlaternen erhellen etwas den Weg. Aufstellung nehmen am Start – dann endlich 6:45 Uhr – der geplante „Geburtstermin“. Noch dauert es, ca. 4000 Babies wollen das Gleiche, also tappen wir uns Meter für Meter vor Richtung Startlinie – und dann – ich bin endlich raus. Gefühlt öffne ich jetzt erst meine Augen und das Leben nimmt Fahrt auf. In den Ortsdurchfahrten haben schon etliche Zuschauer Aufstellung genommen und begrüßen die Neugeborenen. Quasi Vorschulalter, die kindliche Unbeschwertheit auf den 31 Bergabkilometern Richtung Ötz überwiegt, alles geht leicht, das Feld ist diszipliniert unterwegs. Das Leben kann so schön sein.

Doch dann plötzlich Kreisverkehr Ötz, rechts ab und rein in den Anstieg nach Kühtai. Einschulung sozusagen, der Ernst des Lebens beginnt. Rad an Rad mit hunderten anderen I-Männchen, noch sind alle gut drauf, manche sind noch zum Scherzen aufgelegt. Ein paar Kühe beobachten unbeeindruckt das Geschehen. Die Anforderungen steigen von Schuljahr zu Schuljahr, trotzdem schaffe ich die Grundschule mit gutem Erfolg. Lisa wartet wie vereinbart am Kühtai mit Verpflegung. Ein bisschen durchatmen ist angesagt, in rasanter Fahrt geht es Richtung Innsbruck. Die Berg Isel Schisprungschanze erscheint am Horizont, es geht also bald los den Brenner hinauf. Ich wähle die Realschule und lasse die schnellere Gymnasiumsgruppe ziehen, nur nicht jetzt schon überdrehen. Ich fühle mich etwas unterfordert und schließe die Realschule mit Vorzug ab. Den Verlockungen der Labestelle am Brenner widerstehe ich, feiere den gelungenen Abschluss auf der Abfahrt nach Sterzing. Erinnerungen an die Schulabschlussfeier, als wir „Nie mehr Schule, keine Schule mehr“ gröllend durch die Wiener Innenstadt zogen, werden wach.

Aber nicht lange dauert die unbeschwerte Zeit, es wartet der Einstieg ins Berufsleben namens Jaufenpass – von 960 auf 2090 Meter hoch. Die Ausbildung an den ersten Steigungen des Jaufenpasses absolviere ich auch mit Bravour, anschließend wird das Berufsleben doch zunehmend anstrengender, je höher ich mich Richtung Passhöhe hochschraube. Die Labestation wird zum Wasserlassen und Wasserholen genutzt. Ich freue mich meine Rente am Timmelsjoch genießen zu können – doch: es kommt anders. Mitten in der Abfahrt ins Passeiertal schwindet meine Energie, ich werde etwas unsicher, so hatte ich mir meinen Lebensabend nicht vorgestellt. In St. Leonhard auf 750 Metern angekommen, warten fast 30 Kilometer Anstieg auf 2500 Meter.

All das was ich mir für die Rente vornahm kann ich vergessen, nichts mit schönem Urlaub am Timmelsjoch – obwohl von etlichen Mitstreitern umgeben, wird es ein einsamer Kampf Richtung Passhöhe. Ich komme gefühlt im Schneckentempo vorwärt, mir schwant ich bin eher bei einem Rollator- als bei einem Radrennen. Ich wünschte mir eine 24 Stunden Betreuung, unsere Plasmatreat-Pflegekraft David wartet etwas unter der Passhöhe mit Speis und Trank, das gibt nochmal Mut für die letzten 600 Höhenmeter. Warum er mir allerdings „Hab Spaß“ nachruft, weiß ich bis heute nicht. Der Gegenanstieg ist absolviert, nun geht es Richtung Sölden abwärts, ich fühle mich wieder gut, das letzte Aufbäumen quasi und nach 9:57 Minuten ist das Ziel erreicht – doch einigermaßen zufrieden bilanziere ich meinen Ritt durchs Leben.

Im Ziel (rechts 1143)  Foto:  Jannik Tautz (links 1284)    
Ötztaler Radmarathon – für mich im wahrsten Sinne des Wortes ein einmaliges Erlebnis. Ganz großen Dank an David Buske für die unermüdliche Unterstützung und an meine Teamkollegen Anna, Andreas, Heiko, Jannik und Nils für unvergessliche Tage in den Ötztaler Alpen.

Wir vom Team Plasmatreat sammeln dieses Jahr Spenden für die Spezialisierte Ambulante Palliativ Versorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Bethel – Bielefeld. Diese unterstützt von einer lebensbedrohlichen Krankheit betroffene Kinder, aber auch deren Geschwister und Eltern mit umfangreicher Betreuung und Beratung. Dies umfasst viele Tätigkeiten, welche über die Kassenleistungen hinausgehen und deshalb sind eure Spenden so wichtig.

Hier könnt ihr dieses Projekt finanziell unterstützen: http://www.team-plasmatreat.de/betterplace.html

Michael Schenk, 8.9.2019