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12.Juni Brelinger Berg    Team Plasmatreat
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Montag, 12. Juni 2023

Team Plasmatreat B.O.C. beim 24 Stunden Radmarathon oder wie man das Pferd von hinten aufzäumt

 Am 24. Mai war ich durch meinen Arbeitskollegen Dirk auf den 24 Stunden Radmarathon „Rund um den Brelinger Berg“ (Brelinger Berg Night and Day) nahe Hannover aufmerksam geworden. Flugs die Internetseite angesehen, sah – so wie es auch Dirk geschildert hatte - nach einer kleinen, aber feinen Veranstaltung aus. Aber: Die 250 Startplätze waren lange schon vergeben, trotzdem versuchte ich eine E-Mail an den Veranstalter und bekam die Antwort: Startnummer 167, Startgeld einzahlen und du bist dabei! Ähm und was nun? Das sind ja nur zwei Wochen bis dahin und ich hatte bisher nur 24 Stunden Staffelerfahrung, aber solo und ganz auf mich allein gestellt, also ohne Helferlein? Eigentlich gehe ich sonst anders an so „Großprojekte“ heran: Zuerst überlegen, wie ist das zu bewerkstelligen, was ist zu organisieren. Diesmal denke ich mir: Just do it!

High Noon, Punkt 12 Uhr rollen die ersten Grüppchen vom Sportplatz, den Zentrum des Geschehens los. Alles recht entspannt, ich schließe mich einer Gruppe des SV Nienhagen an. Nach und nach entsteht eine Gruppe von ca. zwanzig Radfahrenden 😊 Die Gruppe läuft harmonisch, Einmündungen in bevorrangte Straßen werden umsichtig und durch Zuruf „frei“ oder „Auto“ gemeistert. Nur einer ist etwas – nennen wir es verhaltensinteressant. Im „Erdinger alkoholfrei“-Trikot überholt er mal die Gruppe, fährt paar Kilometer 30 Meter davor mit dem gleichen Tempo, wird dann eingeholt, lässt sich in der Gruppe kaum oder nur langsam zurückfallen, Prädikat: mühsam! In der Gruppe wird die Aufschrift „alkoholfrei“ auf seinem Trikot allmählich angezweifelt.

153 Km erste Pause, leider muss ich die Gruppe ziehen lassen, ich sitze am Trockenen und muss die Flaschen auffüllen, ich gönne mir einen Powernap gegen die Nachmittagsmüdigkeit, meinem Liegestuhl, der mich eben noch so angelacht hat, passt das wohl nicht und er bricht zusammen, vielleicht ein Zeichen von oben, wie man hier im hohen Norden so schön sagt „wieder in die Puschen zu kommen“.   

Zum Glück erwische ich nach kurzer Alleinfahrt wieder eine schöne Gruppe, der Wind frischt doch lebhaft auf. Immer wieder beeindruckend, mit welcher Geschwindigkeit die Velomobile vorbeiziehen.

Um 21 Uhr dann der zweite Stopp, 268 Km, 33,4 Km/h Schnitt, richtig gut schmeckt die Pasta vom Restaurant Saloniki nebenan und ein halber Liter Cola. Da treffe ich auch Dirk und wir plaudern ein wenig. Danach gönne ich mir eine Auszeit in meinem Partner, also genauer gesagt auf der Ladefläche meines Peugeot Partner und lagere die Beine hoch, nach ca. 1 Stunde mache ich mich wieder auf den Weg, die Regeneration war gut, ich finde sofort wieder einen runden Tritt. Was auch sehr wichtig ist, denn nun ist die Fluktuation bei einbrechender Dunkelheit auf der Strecke hoch, es gibt keine Gruppen mehr. Dank an Olaf, einem Race Across Germany-Finisher, der mich eineinhalb Runden „mitnimmt“.

00:46 Uhr: 351 Km und 32,5 Schnitt zeigt der Tacho, wohlige 16 Grad, nun möchte ich meine geplante Schlafpause einlegen.  Ich mache es mir auf der Ladefläche „bequem“. Es dauert bis ich zur Ruhe komme, schlafe aber dann doch irgendwann ein, den Wecker auf 03:00 Uhr gestellt, packe dann aber noch eine Viertelstunde drauf. Ich krieche aus meinem Schlafgemach, Schnarchen tönt aus dem benachbarten Kleinzelt, nicht alle haben so große Ambitionen.

Gegen 03:30 Uhr rolle ich wieder auf die Piste, ein Mitstreiter wartet bereits und „tindert“ mich für zwei Runden, um dann wieder eine Pause einzulegen. Ich spule weiter meine Runden ab, ein herrlicher Sonnenaufgang belohnt für die Mühen, aber mit aufsteigender Sonne legt auch der Wind wieder zu. Ich bekomme keine Riegel mehr runter, drücke mir nur noch Gels rein.

06:15 Uhr:  435 Km, Frühstückszeit, zunächst ein Brötchen mit schöner fetter Lyoner vom „Buffet“ am Sportplatz, danach im Auto „Hipp Pasta Bambini Rigatoni Napoli“, ein vielversprechender Name, kalt aus dem Glas gelöffelt, na ja, bringt ein bisschen anderen Geschmack. Dazu gibt es Tortellini, natürlich auch kalt und dazu Apfelmus. Man sieht, bei so einem 24 Stunden Marathon, wird so manches möglich 😊 Man könnte fast meinen, ich wäre in anderen Umständen, gegen 7 Uhr starte ich gut gestärkt wieder los.

 09:50: 519 Km, der Wind zehrt, nochmal Getränke auffüllen und Beine kurz hochlagern, mich erreicht eine Whatsapp von einem Lemgoer Radfreund, er möchte 2,50 Euro für jede Runde die ich fahre an das Jugendhospiz Bethel spenden, für welches das Team Plasmatreat ja radelt. Das weckt nochmal zusätzlich meinen Ehrgeiz! Vielen Dank Lutz Missbach! Wer unser Projekt auch unterstützen bitte gerne unter Team Plasmatreat - B.O.C für "der Weg nach Hause" von David Buske: Unterstütze diese Spendenaktion (betterplace.org)

Um 10:20 also nochmal raus, drei Runden sollten noch drinnen sein, auf der Runde holt mich eine Gruppe von der Equipe Wedemark ein und beschert mir so eineinhalb entspannte Runden, die letzte Runde absolviere ich dann noch ein Paarzeitfahren mit einem Zurückgelassenen aus der Gruppe und genau mit dem Zwölfauhrläuten erreiche ich das Start und Zielgelände, nach 34 Runden und 569 Kilometern und einer reinen Fahrzeit von 17:48 Stunden, ergibt einen 32er Schnitt.

Ein großer Dank an Arne Schiereck für die von ihm im Alleingang organisierte tolle Veranstaltung, lediglich zehn Minuten vor dem Start gab Arne das Kommando an seinen Bruder ab und radelte selbst mit.

Michael Schenk, 12.6.2023

 

Dienstag, 8. März 2022

Mission Impossible Mallorca 312

Anfang Februar hatte ich also den Entschluss gefasst, mit dem Team Plasmatreat zusammen mit „Playing Captain“ David Buske und Nils Petermann bei Mallorca 312 Event - Milestone Series zu starten. 312 (in Worten dreihundertzwölf) Kilometer mit rund 5000 Höhenmetern und das Ende April, und das mit einer Vorbereitung ausschließlich im doch eher rauen Klima Ostwestfalens – quasi eine „Mission Impossible“. Um die Spannung in diesem Action-Thriller auf die Spitze zu treiben, begann mein Training mit einer spektakulären Szene - ziehen eines Backenzahns! Aber Dank der professionellen Hilfe im Zahnzentrum Lippe in Detmold durch Dr. Hesse und seinem Team um meine liebe FB-Freundin Conny Wiertz ging dies rasch und komplikationslos über die Bühne. So konnte ich nach einer viertägigen Trainingspause endlich loslegen – allerdings anfangs nur als „Trockentraining“ auf der Rolle. Denn der „Flotte Dreier“ bestehend aus Ylenia, Zeynep und Antonia hatte ein gewichtiges Wörtchen bei der Trainingsplanung mitzureden. Dabei handelte es sich um Orkanfronten, welche über Deutschland hinwegfegten, Bäume reihenweise entwurzelten, den Bahnverkehr lahmlegten. Aber besser Rolle als gar nichts … . Meine längste Einheit auf der Rolle führte über 3 Stunden und 111 Kilometer – Dank der App Zwift ein relativ kurzweiliges „Vergnügen“. Soweit es wettermäßig vertretbar war, startete ich meine Pendeltouren frühmorgens um sechs ins Büro nach Bielefeld. Am 26. Februar dann - bei Topbedingungen, Sonne, praktisch Windstille und um die acht Grad Plus – meine erste längere Trainingsrunde im Freien. Die Runde führte mich zur Weser und durch das Weserbergland, 138 Kilometer mit 1600 Höhenmetern standen schließlich am Tacho, Fahrzeit 5:07 Stunden, was einen Schnitt von 27 Km/h bedeutete. Trotz der vielen kleinen Steigungen, bemerkenswert der 17% Kopfsteinpflasteranstieg zur Burg Schaumburg, wo nach etwas Schnee am Wegesrand lag, versuchte ich meinen Puls niedrig zu halten. Dies gelang mir mit einem Durchschnittspuls von 126 auch ganz gut. Ich achtete besonders auch auf rechtzeitige und ausgiebige Nahrungsaufnahme und kam dadurch recht relaxt daheim an. Die Woche darauf baute ich meine Pendelheimfahrten etwas aus. Zusätzlich angespornt wurde ich durch die Teilnahme an der SportScheck „Move On Challenge“. Bei dieser galt es in Dreierteams möglichst viele Trainingsstunden zu sammeln, was uns mit „MarasTeam22“ auch hervorragend gelang. Zusammen mit meinen lieben Strava-Freunden Mara und Andreas kamen wir in sechs Wochen auf 8.009 Minuten und belegten den 18. Platz unter 168 Teams deutschlandweit! Danke euch beiden für die zusätzliche Motivation! Am ersten Märzwochenende dann eine 117 Kilometer Tour mit 1300 Höhenmetern durchs Lipperland, welche ich in 4:27 Stunden absolvierte. Zwar bei strahlendem Sonnenschein, aber doch eisigem Wind. Ich bin durchaus zufrieden über meine Bilanz der letzten drei Wochen: 461, 440 und 450 Kilometer, überwiegend „outdoor“. Gesamtbilanz 2022 bis dato: 2870 Kilometer / 99 Stunden / 24450 Höhenmeter. Jetzt heißt es dranbleiben, um möglichst fit auf „Malle“ anzutreten.

Michael Schenk, 8.3.2022

Dienstag, 8. Februar 2022

Team Plasmatreat Mallorca 312

Team Plasmatreat formiert sich für die Saison 2022 mit den „Allstars“ 

Mitte Jänner, wie üblich zu dieser Jahreszeit ist die Witterung eher bescheiden, schwelgte ich in Erinnerungen. Zu diesem Zeitpunkt erschien in der Landeszeitung der Artikel, dass die Firma Plasmatreat nach 2018 wieder ein Wohltätigkeitsteam zu Gunsten der Kinder- und Jugendhospizes Bethel in Bielefeld bilden möchte. Fahrer und Innen 😊 aus der Region Ostwestfalen waren aufgerufen sich zu bewerben. Und zu meiner großen Freude schaffte ich es aufgenommen zu werden. David Buske als Teammanager und Angela Buske als Physio und gute Seele schafften zusammen mit der Firma Plasmatreat aus Steinhagen bei Bielefeld und unermüdlichem Einsatz die Grundlagen für eine einmalige Saison. Erstes Teamtreff Anfang März mit erster gemeinsamer Ausfahrt im Regen, Trainingswochenende im Hotel Schillingshof in den Ammergauer Alpen inklusive Wintereinbruch mit Schnee, Drehtag für einen Bericht im WDR, die Tour Transalp und der Ötztaler Radmarathon – kurz zusammengefasst die Highlights eines unvergesslichen Jahres. 

 Anfang Februar 2022, zwei coronageprägte Jahre später, ploppte plötzlich eine Nachricht in unserer „alten“ Team-Whatsapp-Gruppe auf. David teilte mit, dass Plasmatreat die „Allstars“, also die Fahrer aus den Teams 2018 und 2019 Plasmatreat GmbH (team-plasmatreat.de) wieder auf der Radsportbühne sehen und dabei unterstützen möchte. Gleich waren alle Feuer und Flamme und das erste Projekt in die Runde geworfen: Mallorca312 – 312 Kilometer über das „17. deutsche Bundesland“ mit rund 5000 Höhenmetern. Nach ein paar Tagen Bedenkzeit entschloss ich mich – ja ich will! Und so werden wir (David, Nils, Matthias und ich) uns ab sofort auf dieses Ziel am 30. April vorbereiten. Dank schon im Voraus unbekannterweise an Michael, der unsere Betreuung übernehmen wird. Ich habe großen Respekt vor dieser Aufgabe, aber ich freue mich sehr darauf und vor allem, dass das Team Plasmatreat wieder „auferstanden“ ist. 

Wir werden über die Vorbereitungen berichten.

Michael Schenk, 7.2.2022

Montag, 4. Oktober 2021

EZF und PZF in Mörbisch am 2.10.2021

Das Mörbischer Eventwochenende mit seinen Rad- und Laufbewerben empfand ich schon immer sehr gelungen. Mit dem neuen Veranstalter und der geänderten Streckenführung hat das ZF m.E. zusätzlich an Qualität gewonnen und so wurde auch gleich im ersten Jahr das Rennprogramm mit den ÖMS im Paarzeitfahren erweitert. 

Der Wetterbericht hörte sich vielversprechend an: Sonnig, mild, kräftiger SO-Wind. Das Studium des Streckenprofils und das Abfahren der Strecke verrieten mir einige Tücken: 2 knackige Anstiege (einer gleich am Ortsende, der andere ca. 4km vor dem Ziel), dazwischen schnelle Abfahrten mit 90°-Kurven, Seitenwindpassagen, Bergaufschmierer und die 3km wellige Zielgerade mit schmerzhaftem Gegenwind.

Ich fühlte mich nach der Bergtrainingswoche im Trentino/Gardasee in Form, hatte nur zwischendurch Probleme mit der Kraft bei den Gegenwindstücken, aber ansonsten lief es gut, vor allem in den Anstiegen.

In der Ergebnisliste zeigte sich das Sekundenglück auf meiner Seite und bescherte mir den 3. Platz mit 1,7 Sek. vor Platz vier. 2021 belegte ich schon zum dritten Mal Platz 3 (ÖM Salzburg, Weichstetten, Mörbisch). Ich bin sehr zufrieden, zumal ich in der AK 60+ mittlerweile schon zu den Älteren zähle.

Peter Kmetyko, 4.10.2021



EZF Weichstetten am 6.9.2021 (Missgeschick und Adrenalin pur)

Das örtliche Feuerwehrfest zwang den Veranstalter zur Verkürzung der Rennstrecke und Verlegung des Startes ans Ortsende. Dafür gab´s hochprozentige lautstarke Unterstützung vom feiernden Publikum. Wie bestellt wurde mir bei der Anfahrt zum Start von der Musikkapelle ein (der?!) Marsch geblasen 😊 . 

Voll motiviert katapultierte ich mich aus dem Starthaus und stürzte mich in die bald folgende Abfahrt. Im Geschwindigkeitsrausch mit über 70km/h übersah ich einen Abbiegepfeil (obwohl ich die Strecke kannte!), war daher viel zu schnell unterwegs und bis der Streckenposten reagierte, war ich schon vorbei. Was dann folgte, war Harakiri am ZF-Rad: voller Adrenalin in die Eisen – Kehrtwende - krachend von Kette rechts weggeschalten - das Sch…..wort lautstark bedient und mit noch mehr Adrenalin (und Wut im Bauch) weiter in die richtige Richtung. Ab diesem Zeitpunkt gab´s nur mehr eines: Treten, treten und nochmals treten. Den angepeilten Stockerlplatz hatte ich abgeschrieben. Mein Mantra lautete ab nun frei nach Jens Voigts Buchtitel: MAN MUSS KÄMPFEN. 

So verflogen die 20,1 km mit den welligen 150hm bis zum Schlussanstieg, bei dem ich nochmals alles und mehr mobilisierte. Zu meiner Überraschung konnte ich den 3.Platz gerade noch mit 4 Sek. vor dem Viertplatzierten retten, was mich angesichts des starken Teilnehmerfeldes in der AK60+ besonders freute. Jens Voigt hat mit seinem „niemals aufgeben“ wieder mal recht gehabt. 

Zur Veranstaltung: Der ESV Linz präsentierte sich wie immer als sympathischer und professioneller Veranstalter. Die Startliste war mit 120 Fahrerinnen und Fahrern bald ausgebucht und die Minutenstartintervalle lassen kaum Windschattenfahren zu. Eines meiner Lieblingszeitfahren!

Peter Kmetyko, 4.10.2021

Alle Fotos vom Veranstalter

Voll fokussiert

Panik vor dem verpassten Abzweig

Getränke statt Pokale für Günter Gugler – Walter Prodinger – Peter Kmetyko


Sonntag, 20. Juni 2021

Zwei 80+ Racer beim Thermencup des RC Mödling

In der aktuellen Lizenzliste des ÖRV gibt es nur 2 über 80-jährige.

Die beiden Unverwüstlichen kenne ich gut von früheren Rennen, ua. von vielen Wienerwaldcup Veranstaltungen. Ich finde es großartig, dass die beiden immer noch so aktiv sind! Walter denkt schon an das nächste Event, die Masters Meisterschaften in Grafenbach.

Gratulation! 

1.Platz Herbert Hrdlicka (Jahrgang 1939) links, 2.Platz Walter Kovarik (Jahrgang 1938) rechts 


Dienstag, 18. August 2020

Österreichische Zeitfahrmeisterschaften 2020

Am 15.8.2020 veranstaltete das ARBÖ Junior Cycling Team Graz im oststeirischen Großhartmannsdorf die österreichischen Zeitfahrmeisterschaften für Nachwuchs- Masters-, Amateur- und Elitefahrer. Der Nachwuchs musste 7,8 km absolvieren, alle anderen Teilnehmer 16,4 km mit 247 hm. Die fast ausschließlich im Waldgebiet verlaufende Strecke war ein Mix aus mittelsteilen Anstiegen, langgezogenen Kurven und Highspeedabfahrten.

Marianne ging gut vorbereitet in diesen Bewerb, wenngleich die eine Woche zuvor beendete Etappenfahrt in Frankreich noch etwas in den Knochen steckte. Dennoch fuhr sie ein beherztes Rennen und belegte nur 21 Sek. hinter der Topfavoritin Claudia Schlager den zweiten Platz bei den Frauen Masters, die seit 2020 nur mehr in einer Klasse gewertet werden. Dementsprechend groß war die Freude über die Silbermedaille gegen starke Konkurrenz als älteste Starterin des gesamten Frauenfeldes und gleichzeitig über den Wiener Meistertitel.

Frauen Master   Ergebnisse 

Ein Sonderlob verdienen die Organisatoren. Schön zu sehen wie ein ganzer Ort hinter einem solchen Event steht, wie alle mithelfen und trotz schwieriger Zeiten für Veranstalter versucht wird, die derzeit notwendigen Hygienemaßnahmen umzusetzen.

„Des hamma für´n Lois g´macht, der uns zum Radfahren gebracht hat“, so ein Funktionär in Erinnerung an den verstorbenen, ortsansässigen Alois Kainer, nach dem auch dieses Rennen benannt ist. Vielen Dank. Macht weiter so.

Peter Kmetyko, 18.8.2020



Mittwoch, 11. September 2019

Peter Kmetyko: HART gekämpft in WEICHstetten

Zwei Autostunden von Wien entfernt im Hügelland südlich von Ansfelden veranstaltet der ESV Linz alljährlich ein Einzelzeitfahren über 22 Km und 150 welligen Hm.

Der Wind ist in dieser Gegend ein Dauerthema. Diesmal lebhaft und böig aus Nordwesten blasend, vorwiegend von der Seite in die Scheibe der zahlreichen TT-Räder. Bisweilen hatte ich alle Hände voll zu tun, mein Rad auf der Fahrbahn zu halten, was einem zügigen Fahrrhythmus nicht zuträglich war. Im Ziel angekommen, verspürte ich ein Gefühl, nicht wirklich ins Fahren gekommen zu sein. Es fühlte sich eher wie eine Stop and Go – Fahrt an. Auch war ich nicht wirklich erschöpft, so wie zumeist bei Zeitfahren. Meine Fahrzeit empfand ich nicht als sonderlich schnell – ich wollte unter 33 Min. bleiben - dafür war die Platzierung (2. Platz in der Klasse M60) überraschend gut.

Somit durfte ich bei der Siegerehrung aufs Treppchen steigen, einen 12er-Pack einer lokalen Bierbrauerei sowie einen Karton Schwedenbomben mit nach Hause nehmen. Wahrhaft originelle wie begehrte Preise.

Peter Kmetyko, 11.09.2019
Fotos: Kurt Rathfuß

Sonntag, 8. September 2019

Michael Schenk: Der Ötztaler – ein Radmarathon wie das Leben

Der Ötztaler Radmarathon 2019 ist seit einer Woche Geschichte – für mich war er wie eine Reise durchs Leben – in der Rückblende und als Fiktion.

6 Uhr morgens, ich rolle die zwei Kilometer vom Quartier zum Start, ein Gefühl wie es ein ungeborenes Kind haben könnte. Es ist dunkel, ich bewege mich nur ganz sachte, ein paar Straßenlaternen erhellen etwas den Weg. Aufstellung nehmen am Start – dann endlich 6:45 Uhr – der geplante „Geburtstermin“. Noch dauert es, ca. 4000 Babies wollen das Gleiche, also tappen wir uns Meter für Meter vor Richtung Startlinie – und dann – ich bin endlich raus. Gefühlt öffne ich jetzt erst meine Augen und das Leben nimmt Fahrt auf. In den Ortsdurchfahrten haben schon etliche Zuschauer Aufstellung genommen und begrüßen die Neugeborenen. Quasi Vorschulalter, die kindliche Unbeschwertheit auf den 31 Bergabkilometern Richtung Ötz überwiegt, alles geht leicht, das Feld ist diszipliniert unterwegs. Das Leben kann so schön sein.

Doch dann plötzlich Kreisverkehr Ötz, rechts ab und rein in den Anstieg nach Kühtai. Einschulung sozusagen, der Ernst des Lebens beginnt. Rad an Rad mit hunderten anderen I-Männchen, noch sind alle gut drauf, manche sind noch zum Scherzen aufgelegt. Ein paar Kühe beobachten unbeeindruckt das Geschehen. Die Anforderungen steigen von Schuljahr zu Schuljahr, trotzdem schaffe ich die Grundschule mit gutem Erfolg. Lisa wartet wie vereinbart am Kühtai mit Verpflegung. Ein bisschen durchatmen ist angesagt, in rasanter Fahrt geht es Richtung Innsbruck. Die Berg Isel Schisprungschanze erscheint am Horizont, es geht also bald los den Brenner hinauf. Ich wähle die Realschule und lasse die schnellere Gymnasiumsgruppe ziehen, nur nicht jetzt schon überdrehen. Ich fühle mich etwas unterfordert und schließe die Realschule mit Vorzug ab. Den Verlockungen der Labestelle am Brenner widerstehe ich, feiere den gelungenen Abschluss auf der Abfahrt nach Sterzing. Erinnerungen an die Schulabschlussfeier, als wir „Nie mehr Schule, keine Schule mehr“ gröllend durch die Wiener Innenstadt zogen, werden wach.

Aber nicht lange dauert die unbeschwerte Zeit, es wartet der Einstieg ins Berufsleben namens Jaufenpass – von 960 auf 2090 Meter hoch. Die Ausbildung an den ersten Steigungen des Jaufenpasses absolviere ich auch mit Bravour, anschließend wird das Berufsleben doch zunehmend anstrengender, je höher ich mich Richtung Passhöhe hochschraube. Die Labestation wird zum Wasserlassen und Wasserholen genutzt. Ich freue mich meine Rente am Timmelsjoch genießen zu können – doch: es kommt anders. Mitten in der Abfahrt ins Passeiertal schwindet meine Energie, ich werde etwas unsicher, so hatte ich mir meinen Lebensabend nicht vorgestellt. In St. Leonhard auf 750 Metern angekommen, warten fast 30 Kilometer Anstieg auf 2500 Meter.

All das was ich mir für die Rente vornahm kann ich vergessen, nichts mit schönem Urlaub am Timmelsjoch – obwohl von etlichen Mitstreitern umgeben, wird es ein einsamer Kampf Richtung Passhöhe. Ich komme gefühlt im Schneckentempo vorwärt, mir schwant ich bin eher bei einem Rollator- als bei einem Radrennen. Ich wünschte mir eine 24 Stunden Betreuung, unsere Plasmatreat-Pflegekraft David wartet etwas unter der Passhöhe mit Speis und Trank, das gibt nochmal Mut für die letzten 600 Höhenmeter. Warum er mir allerdings „Hab Spaß“ nachruft, weiß ich bis heute nicht. Der Gegenanstieg ist absolviert, nun geht es Richtung Sölden abwärts, ich fühle mich wieder gut, das letzte Aufbäumen quasi und nach 9:57 Minuten ist das Ziel erreicht – doch einigermaßen zufrieden bilanziere ich meinen Ritt durchs Leben.

Im Ziel (rechts 1143)  Foto:  Jannik Tautz (links 1284)    
Ötztaler Radmarathon – für mich im wahrsten Sinne des Wortes ein einmaliges Erlebnis. Ganz großen Dank an David Buske für die unermüdliche Unterstützung und an meine Teamkollegen Anna, Andreas, Heiko, Jannik und Nils für unvergessliche Tage in den Ötztaler Alpen.

Wir vom Team Plasmatreat sammeln dieses Jahr Spenden für die Spezialisierte Ambulante Palliativ Versorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Bethel – Bielefeld. Diese unterstützt von einer lebensbedrohlichen Krankheit betroffene Kinder, aber auch deren Geschwister und Eltern mit umfangreicher Betreuung und Beratung. Dies umfasst viele Tätigkeiten, welche über die Kassenleistungen hinausgehen und deshalb sind eure Spenden so wichtig.

Hier könnt ihr dieses Projekt finanziell unterstützen: http://www.team-plasmatreat.de/betterplace.html

Michael Schenk, 8.9.2019

Donnerstag, 4. Juli 2019

PSK – Frühjahrscup 2019

Der von Brigitte Schneider in bewährter Manier organisierte PSK-Cup ist schon zum Pflichttermin für zahlreiche Time Trial – Freaks geworden.

Ich selbst verspürte nach meiner Verletzungspause wiederholt Entzugserscheinungen und dem entsprechend freute ich mich auf diese Rennserie. Nicht nur des Trainings willens, sondern vor allem um wieder bei der kleinen, aber feinen Community dabei sein zu können. Berufsbedingt musste ich das erste Rennen noch auslassen, aber ab dem zweiten durfte ich wieder PSK-Rennatmosphäre aufsaugen. Ohne mir irgendwelchen Druck zu machen, ging ich an die Sache ran – ich wollte einfach nur trainieren, vor allem für die Betriebseuropameisterschaften in Salzburg. Dass es dann so gut lief und ich mich von Rennen zu Rennen kraft- und ausdauermäßig dermaßen steigerte, war so nicht zu erwarten.

Den Pokal für den 1. Platz in der Gesamtwertung der AK IV nehme ich als Draufgabe sehr gerne entgegen.

Peter Kmetyko, 4.7.2019

Montag, 1. Juli 2019

22. European Company Sport Games 26.-30.6. 2019 Salzburg

Foto © ECSG 2019
Marianne Kmetyko-Huber 2x Gold (EZF, Straßenrennen)
Peter Kmetyko 1x Gold (EZF), 1x Silber (Straßenrennen)

Im Zweijahresrhythmus treffen sich Betriebssportlerinnen und -sportler aus ganz Europa um in verschiedenen Sportarten und -disziplinen gegeneinander anzutreten. Klarerweise geht es wie immer bei Großsportveranstaltungen um Medaillen. Diesmal kämpften 7000 Teilnehmer in 27 Sportarten und 320 Wettbewerben um das heiß begehrte Edelmetall. Marianne und ich durften für den KSV Wienenergie starten. In einem großartigen Team, das vor allem beim Straßenrennen perfekt zusammengearbeitet hat, konnten wir viel beachtete Erfolge feiern.

Das Einzelzeitfahren:
Das Material perfekt eingestellt, startete Marianne - etwas nervös - mit lautstarker Unterstützung unserer Vereinskollegen aus der Box. Nach ein paar Metern erfolgte der Versuch, eine härtere Übersetzung aufzulegen und … nichts passiert – Defekt in der Elektronik. Nach dem ersten Schock und Ärger schießt zusätzliches Adrenalin ein, die Wut entlädt sich in Mariannes Beinen: mit 52-21 und über 100 Umdrehungen in den Flachpassagen gekurbelt, mit 40 Umdrehungen den Anstieg hinauf gewürgt und derselben Übersetzung bergab mehr oder weniger gerollt, den Puls über das Limit getrieben, rettete sich Marianne mit 5 Sekunden Vorsprung vor der favorisierten Italienerin Daniela Pelella ins Ziel.

Mein Rennen verlief weniger spektakulär (zum Glück). Die Formkurve zeigte schon in den letzten Trainingsrennen beim PSK-Cup nach oben, dennoch wusste ich nicht, wo ich nach der schweren Verletzung vom Februar 2018 in einem internationalen Bewerb stehe. Im Nachhinein gesehen lief alles perfekt. Die Kurven des technisch anspruchsvollen Kurses erwischte ich fast alle gut, im entscheidenden Anstieg fuhr ich am Limit, in der Abfahrt ließ ich meinen Puls etwas zur Ruhe kommen um dann im 3 Km welligen Schlussteil alles, wirklich alles zu geben. Bestzeit, 29 Sek. vor Vereinskollegen Peter Goluszka.

Das Straßenrennen: 
Mit einer Goldmedaille um den Hals fährt es sich entspannter. Beim Start wurde Marianne von italienischen Helfern sofort umzingelt. Unsere Vereinskollegen spannten sich nach einem kurzen Faktencheck vor Marianne, ich klebte am Hinterrad von Pelella. An meinem Hinterrad blieb Vereinskollegin Eva Hipfinger, die Drittplatzierte des EZFs. Es entwickelte sich ein Dreikampf zwischen den Damen mit männlicher Unterstützung. In der zweiten Runde zog Marianne am Berg mit ihrem Pacemaker Georg Satzer das Tempo an. Pelella riss etwas ab, kam aber in der Abfahrt wieder heran. Ich blieb mit Eva H. an deren Hinterrad. Im Anstieg der dritten Runde riss die Italienerin erneut ab und konnte Marianne nicht mehr folgen. Leider riss auch Mariannes Helfer in einer der folgenden Wellen – aber leider die Kette! Jetzt war Marianne auf sich allein gestellt in den letzten 1,5 Runden. Die Italiener ließen Marianne vorne am Wind arbeiten und versuchten, ihre Fahrt zu verlangsamen. Etwas dahinter wachte ich an Pelellas Hinterrad solange, bis Marianne einen sicheren Abstand zu uns herausfuhr. Dies war dann beim letzten Anstieg gegeben, wo ich begann, das Tempo der beiden Konkurrentinnen um Platz zwei zu bestimmen. Eva Hipfinger und ich schafften es nicht, die verbissen um den Anschluss kämpfende Italienerin abzuschütteln. Wir mussten es auf den Zielsprint angekommen lassen. In der Zwischenzeit hatte Marianne das Rennen trotz italienischer Störfeuer schon gewonnen, ich zog den Sprint für die beiden Damen an. Mit der exakt gleichen Zeit wurde von der Jury Daniela Pelella mit Reifenbreite der zweite Platz vor Eva Hipfinger zugesprochen. Ich erreichte in der AK 60+ den zweiten Platz, diesmal hinter Peter Goluszka.

Die Freude von uns allen über die großartigen Ergebnisse entlud sich bei der Siegerehrung und am Abend bei einer Feier in der Messehalle Salzburg.

Die Veranstaltung: 
Besser kann man´s nicht organisieren. Die anfänglichen Bedenken bez. der Kursführung mit der 70km/h+ Abfahrt wurden insofern zerstreut, indem man Streckenposten (inkl. Polizei) aufstellte, die alles perfekt absperrten und keinen Unbefugten durchließen. Die Rennkommissäre wachten mit der nötigen Kompetenz auf die Einhaltung der Wettkampfregeln (es wurde auch disqualifiziert!). Und der Anstieg vor der High-Speed Abfahrt bewirkte schon mal eine Ausdünnung des Feldes, womit es zu keinen gefährlichen Situationen mehr kam. Der Veranstalter bereitete uns ein unvergessliches Erlebnis mit zwei sportlich anspruchsvollen Kursen, die spannende Rennen ermöglichten.

Peter Kmetyko, 1.7.2019

Ergebnisse:   Einzelzeitfahren     Straßenrennen



Sonntag, 23. Juni 2019

Bergrennen Kleinzell

Velocita Freund Walter Kovarik macht es noch einmal mit 80 :-) - Tolle Leistung, Gratulation!

Walter: "Wir hatten Wetterglück und es war ziemlich warm. Das Rennen war trotz guter Vorbereitung heuer noch schwerer. Hatte hinten 30 und dachte es wird leichter gehen. Vermutlich doch wieder ein Jahr älter und 500 km weniger Training. Habe es aber mit guter Einteilung der Kräfte mit Mühe geschafft. Den Berg werde ich nie mehr fahren ! Bekam aber viel Lob bei der Siegerehrung da ich es doch schaffte und das macht Freude." 

Mittwoch, 5. Juni 2019

Glocknerkönig 2019

24. Glocknerrennen am 2.6.2019

Marianne Kmetyko-Huber konnte ihre derzeit großartige Form vom Bergrennen auf die Rosalia bestätigen. Aus dem 3. und letzten Block heraus gestartet, versteckte sie sich hinter groß gewachsenen Männern und ließ sich bis zum ersten Anstieg ziehen. Auf diese Weise Kräfte gespart, fand sie sehr bald nach der Mautstelle Ferleiten ihren Rhythmus und kurbelte unaufhaltsam einer sensationellen Zeit und Platzierung entgegen.

Marianne belohnte ihren Trainingsfleiß mit einem Stockerlplatz in der AK-D 5 und einer Top-Platzierung Overall und durfte an der Siegerinnenehrung am Dorfplatz von Bruck an der Glocknerstraße teilnehmen.

Ergebnis: 
Marianne Kmetyko-Huber 1:53,46 
AK 5    2. Platz (von 65)
14. Platz Overall (von 233) 

Peter Kmetyko, 5.6.2019

Dienstag, 28. Mai 2019

Österreichische Meisterschaften im Zeitfahren 2019

Am 19.5. starteten Marianne und Peter Kmetyko beim EZF der Masterklassen über 29km und 200hm von Ossiach nach Feldkirchen.

Marianne Kmetyko-Huber erzielte bei den Frauen insgesamt die drittschnellste Zeit und stand somit auf dem Podest.

Peter Kmetyko fuhr brav mit und musste erkennen, dass die schwere Verletzung vom Vorjahr noch lange nicht überwunden ist. Es fehlte an Kraftausdauer und Maximalkraft, was schlussendlich den 11. Platz unter 13 Teilnehmern ergab.

Mariannes Bericht:
Zusätzliche Aufregung 15 min vor dem Start: Betreuer eines Juniorenteams erklärten mir bei der Vorkontrolle, dass sie mein Rad so nicht akzeptieren würden, da der Sattel 1cm zu weit vorne sei. Also schnell rüber zu den Mechanikern, welche mir den Sattel einstellten. Wieder zurück am Start: die Nervosität war hoch da ich als Erste des gesamten Feldes starten musste. Die ersten 20 km waren unglaublich zäh, ich konnte keinen richtigen Druck auf die Pedale bringen, der Puls war viel zu hoch und ich hatte das Gefühl ins Leere zu fahren. Erst auf dem letzten Drittel der Strecke kam die Power und ich hatte Spaß an der Sache. Mit meiner Leistung über die gesamte Distanz alles andere als zufrieden, wurde ich dennoch 3. Frau im Gesamtklassement. Doch die Siegerehrung hätten wir uns sparen können: Die Master Frauen mussten bis zum Schluss warten, selbst die Siegerehrungen der an die ÖMS angehängten Landesmeisterschaften für ÖO und Kärnten. wurden vorher abgewickelt. Zusätzlich waren die Verantwortlichen absolut inkonsequent in der Auslegung der ÖRV Regeln in Bezug auf die Zusammenlegung von Altersklassen.

Peter Kmetyko, 28.5.2019